Ich werde überall abgelehnt – Warum Adult-Projekte so oft gesperrt werden (und warum das völlig normal ist)
„Langsam habe ich keine Lust mehr. Überall heißt es nur Nein.“
Wenn du gerade dabei bist, eine Webseite im Adult-Bereich aufzubauen, kennst du dieses Gefühl vielleicht.
Du hast eine Idee. Du investierst Zeit. Du programmierst. Du gestaltest. Du schreibst Inhalte. Du bist motiviert. Und dann beginnt die Suche nach den passenden Dienstleistern.
Plötzlich hagelt es Absagen. Der Payment-Anbieter kündigt. Der Hosting-Anbieter stellt Fragen. Das CMS möchte dein Projekt nicht. Die Werbeplattform lehnt deine Anzeigen ab. Instagram löscht deinen Beitrag. TikTok sperrt dein Video. PayPal schließt dein Konto. Stripe kündigt den Vertrag. Mollie lehnt deinen Antrag ab.
Irgendwann sitzt du vor dem Rechner und fragst dich: „Was stimmt eigentlich mit meinem Projekt nicht?“
Die Antwort lautet meistens: Gar nichts.
Du bist nicht das Problem
Das ist wahrscheinlich die wichtigste Botschaft dieses Artikels. Viele Betreiber glauben irgendwann, sie würden etwas Illegales machen. Oder etwas moralisch Falsches. Oder etwas, das grundsätzlich niemand möchte.
Dabei stimmt das meistens überhaupt nicht. Du bewegst dich lediglich in einer Branche, mit der viele Unternehmen schlicht nicht zusammenarbeiten möchten.
Und das ist ein gewaltiger Unterschied.
High Risk bedeutet nicht „verboten“
Das Wort „High Risk“ sorgt immer wieder für Missverständnisse. Viele lesen es und denken sofort: „Dann muss das ja illegal sein.“ Nein.
High Risk bedeutet zunächst einmal nur: Aus Sicht von Banken, Zahlungsdienstleistern oder Versicherungen besteht ein höheres geschäftliches Risiko.
Dieses Risiko kann viele Ursachen haben. Höhere regulatorische Anforderungen. Mehr Rückfragen. Besondere Compliance-Vorgaben. Internationale Vorschriften. Altersverifikation. Markenrichtlinien. Kreditkartenregelwerke.
All das führt dazu, dass manche Branchen anders behandelt werden als ein Onlineshop für Hundefutter.
Jeder Anbieter darf selbst entscheiden
Das vergessen viele Menschen. Jedes Unternehmen entscheidet selbst, mit wem es zusammenarbeiten möchte.
Ein Zahlungsanbieter darf sagen: „Adult machen wir nicht.“ Ein Hosting-Unternehmen darf sagen: „Pornografie möchten wir nicht hosten.“ Eine Social-Media-Plattform darf Regeln für Inhalte aufstellen. Ein CMS-Anbieter darf bestimmte Projekte ausschließen.
Das mag frustrierend sein. Aber ändern wirst du es dadurch nicht.
Es bringt nichts, sich darüber aufzuregen
Ich lese regelmäßig Kommentare wie: „Was fällt denen ein?“ „Das ist Diskriminierung.“ „Die müssen mich doch nehmen.“
Nein. Müssen sie nicht. Und genau hier verlieren viele Menschen unglaublich viel Energie.
Sie diskutieren. Sie schreiben wütende E-Mails. Sie beschweren sich. Sie eröffnen neue Accounts. Sie versuchen, ihre Inhalte zu verschleiern. Sie nennen Pornografie plötzlich „Kunstprojekt“. Oder BDSM wird auf einmal zur „Coaching-Plattform“.
Ganz ehrlich? Das funktioniert vielleicht eine Zeit lang. Vielleicht einen Monat. Vielleicht sechs Monate. Vielleicht sogar ein Jahr. Aber irgendwann fliegt es meistens auf.
Und dann beginnt der ganze Ärger von vorne.
Du bist nicht schlauer als Milliardenunternehmen
Manchmal habe ich das Gefühl, manche Betreiber glauben wirklich, sie hätten einen Trick gefunden. „Ich schreibe einfach nichts von Erotik auf die Webseite.“ „Ich benutze einfach Stripe.“ „PayPal merkt das schon nicht.“
Doch. In den allermeisten Fällen merken sie es irgendwann. Die Unternehmen investieren Millionen in Compliance. Sie beschäftigen ganze Abteilungen. Sie nutzen automatische Systeme. Crawler. KI. Risikobewertungen.
Man sollte nicht glauben, dass man dauerhaft unter dem Radar fliegt.
Das Problem ist nicht Stripe
Stripe ist kein schlechter Anbieter. PayPal ebenfalls nicht. Auch Mollie oder andere Zahlungsanbieter machen ihren Job. Sie haben lediglich eine andere Zielgruppe.
Genau wie ein veganes Restaurant nicht plötzlich anfangen muss, Steaks zu verkaufen, müssen Zahlungsanbieter nicht jede Branche unterstützen. Das ist keine persönliche Entscheidung gegen dich.
Es ist eine unternehmerische Entscheidung.
Dasselbe gilt für Social Media
Auch hier begegnet mir dieselbe Diskussion immer wieder. „Instagram hat meinen Account gelöscht.“ „TikTok hat mein Video entfernt.“ „Facebook hat mich gesperrt.“
Ja. Das passiert. Weil diese Plattformen eigene Regeln haben. Man kann sie gut finden. Oder schlecht finden. Aber sie werden sie nicht wegen dir ändern.
Deshalb solltest du deine gesamte Existenz niemals von einer einzigen Plattform abhängig machen.
Deshalb predige ich seit Jahren dasselbe
Baue dir etwas Eigenes auf. Eine eigene Webseite. Eine eigene Community. Eine eigene E-Mail-Liste. Eigene Kunden. Eigene Strukturen.
Social Media ist großartig. Aber bitte betrachte es als Marketing. Nicht als Zuhause. Denn dein Instagram-Account gehört dir nicht. Dein TikTok-Account gehört dir nicht. Dein Facebook-Profil gehört dir ebenfalls nicht.
Du bewegst dich immer auf dem Grundstück eines anderen.
Und dort gelten dessen Regeln.
Geh dorthin, wo du willkommen bist
Das ist wahrscheinlich der wichtigste Satz dieses Artikels. Hör auf, deine Energie in Türen zu stecken, die seit Jahren verschlossen sind. Suche lieber nach den Menschen und Unternehmen, die sich genau auf deine Branche spezialisiert haben.
Es gibt Hosting-Anbieter für Adult. Es gibt Payment-Anbieter für Adult. Es gibt Software speziell für Adult. Es gibt Entwickler, Moderatoren und Dienstleister, die diese Branche verstehen.
Warum also ständig versuchen, jemanden zu überzeugen, der von Anfang an gar kein Interesse daran hat?
Genau deshalb gibt es spezialisierte Anbieter
Natürlich könnte ich jetzt behaupten: „Bei uns ist alles besser.“ Das wäre aber zu einfach. Es gibt mehrere Unternehmen, die sich auf High-Risk-Projekte spezialisiert haben. Und das ist auch gut so.
Denn genau dafür existieren sie. Sie kennen die Branche. Sie kennen die Anforderungen. Sie kennen die Besonderheiten. Sie wissen, dass ein Escort-Portal andere Herausforderungen hat als ein Dating-Portal. Dass eine KI-Plattform anders bewertet wird als eine Webcam-Seite. Dass Telefonsex andere Anforderungen mitbringt als ein Videoportal.
Genau dafür gibt es Spezialisten.
Bei mir musst du dich nicht rechtfertigen
Vielleicht ist das der größte Unterschied. Wenn du mir schreibst und sagst: „Ich möchte eine Webcam-Seite aufbauen.“ Dann denke ich nicht: „Oh Gott.“
Wenn du sagst: „Ich möchte Telefonsex anbieten.“ Dann bekomme ich keinen Schock.
Wenn du KI-Inhalte verkaufen möchtest. Escortanzeigen. Dating. Fetisch. BDSM. Adult-Community. Oder irgendetwas anderes, das legal ist.
Dann reden wir einfach darüber. Nicht darüber, ob man so etwas machen darf. Sondern darüber, wie man es vernünftig umsetzt.
Das ist ein riesiger Unterschied.
Du brauchst kein schlechtes Gewissen
Ich glaube, viele Menschen tragen ständig das Gefühl mit sich herum, etwas Verbotenes zu tun. Dabei betreiben sie völlig legale Projekte. Ja. Es gibt Regeln. Ja. Es gibt Grenzen. Ja.
Es gibt Dinge, die selbstverständlich nicht erlaubt sind. Aber innerhalb dieser Grenzen darfst du Geld verdienen.
Genau wie jeder andere Unternehmer auch.
Such dir von Anfang an die richtigen Partner
Wenn ich dir einen einzigen Rat geben dürfte, dann wäre es dieser: Versuche nicht, deine Branche zu verstecken. Das kostet dich am Ende nur Zeit. Und meistens auch Geld.
Suche dir lieber gleich Partner, die offen sagen: „Ja, wir arbeiten mit solchen Projekten.“ Das spart Nerven. Das spart Diskussionen.
Und vor allem ersparst du dir später unangenehme Überraschungen.
Fazit
Wenn dein Adult-Projekt bereits mehrfach abgelehnt wurde, bedeutet das nicht, dass deine Idee schlecht ist. Es bedeutet auch nicht, dass dein Geschäftsmodell illegal ist. Meistens bedeutet es lediglich, dass du bei Anbietern gelandet bist, die nicht für deine Branche gemacht wurden. Anstatt dich darüber aufzuregen, versuche lieber zu verstehen, warum das so ist. Und dann geh dorthin, wo deine Branche nicht als Problem betrachtet wird, sondern zum Alltag gehört.
Du wirst die Regeln von Stripe, PayPal, Mollie, Meta oder TikTok wahrscheinlich nicht ändern. Aber du kannst entscheiden, ob du deine Zeit damit verschwendest, gegen diese Regeln anzukämpfen. Oder ob du von Anfang an mit Menschen zusammenarbeitest, die deine Branche verstehen.
Denn manchmal besteht die klügste Entscheidung nicht darin, gegen verschlossene Türen zu rennen.
Sondern einfach die Tür zu benutzen, die bereits offen steht.
Weitere Artikel zum Thema
Wenn dich dieses Thema interessiert, könnten auch folgende Beiträge spannend sein:
